Mechthild von Magdeburg: Je tiefer ich sinke, je süsser ich trinke. Im Mittelpunkt dieses Buches stehen die Begine Mechthild, genannt von Magdeburg (ca. 1208-1282), und ihr Buch «Das fliessende Licht der Gottheit». Kommt das mystische Werk der ersten Frau, die in deutscher Sprache dichtete, bei heutigen Lesern noch an? Franz Josef Czernin findet «etwas, das ebenso fundamental wie schwierig zu akzeptieren ist und mir zudem kaum angemessen erklärlich erscheint: Das seltsame und manchmal beunruhigende Lesegefühl, dass das in Mechthilds Texten Gesagte wahr ist; dass es sich so verhält, wie es gesagt wird - als würde hier tatsächlich etwas erkannt und offenbart. - Mir wurde nach und nach klar, dass ich das Angesprochensein durch Mechthilds Dichtungen, dieses seltsame und beunruhigende Gefühl, an ihren Visionen teilzuhaben, durch meine Umdichtungen sozusagen auf die Probe stellen will. Ich fühlte mich gedrängt, in eigenen Gedichten Mechthilds Visionen nachzugehen, in Gedichten, die sowohl einige von Mechthilds Themen und Motiven als auch ihre Bildhaftigkeit aufnehmen, ihre Metaphorik - wenn es denn eine Metaphorik ist. Ich suchte ihre Visionen, mein, nach Benjamin, telepathisches Anteilnehmen oder Teilhaben an ihnen, in eigenen Gedichten als wirksam und wirklich wiederzufinden.» - «Das ist mein Leben», sagt Oswald Egger, «ich glaube, es ist jetzt wirklich eins und eins, ich weiss, d.h. und ich weiss, dass das sein kann: eins und eins und uneins zu sein (diese drei); wie die zu zweit im Sinne von unzuzweit (zweien) einander verbeichten oder verbüssen, unvordenklich, wer so will, das war mein Antlitz und Gesicht, ein Integral von Möglichem, Notwendigem und Wirklichen (noch und noch) erwartet zu haben, wo das blosse Leben genügt, das mich führt (und so vereinzelt hat) mit viel Spiel zwischen den Zielen.» - Werner Fritsch: « - Ich bin der Schmerz / Das Nichts zu lieben / Ich bin die Lust / Das Etwas zu fliehen / Ich muss für mich sein / Um unermüdlich tätig zu sein / Und doch von allen Dingen frei / Muss Wasser der Pein trinken / Um das Feuer der Liebe / Mit dem fliessenden Licht / Der Gottheit die da brennt / Und doch nicht verbrennt / Zu entzünden im Meer / Zu löschen in der Wüste» - Barbara Köhler: «Die stimme also, dieses stimmen von stimmen, in dem eine wahrheit des gewahrten als gewährtes verbürgt erscheint; da ist eine erkämpfte müdigkeit - hast du alle deine ärgsten gegner niedergeschlagen, bist du müde genug um's zu sagen - eine erschöpfung, die die intention ausser kraft setzt und so den ton trifft - den ton, der trifft, der die resonanz hervorruft, die schwingung mitteilt, bewegungen in verwandten wellenlängen, stimmig, gestimmt. Unwillkürlich erwidernd, anders als je gewollt, eine beidseitige aufgabe jenes eingefleischten eigenwillens, der tod der intention. Eine wahrheit der relation.» - Und Monika Rinck: «Ei, guckemo, wie froh das iss, / Ei, grüss ich dich, wie lieb das iss, / Ei, ich halse dich, ich liebe dich! / Herr, dei Wunder hat mir Weh gemacht, / Dei Gnad, die hat mich plattgemacht. / Du bische hoher Fels mit Höhlcha und mit Halle, / wodrinne keena nischte kann alswi Taube, Nachtigalle!» - Herausgegeben von Mechthild Rausch.

Bestellen: Mechthild von Magdeburg: Je tiefer ich sinke, je süsser ich trinke

116 Seiten, Euro 9, - / sFr. 12.10



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